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Lohn-Vorerfassung führt zu mehr Qualität – Teil 4

Heutzutage nutzen Sie schon häufig die im Unternehmen vorhandenen EDV-Systeme zur Lohn-Vorerfassung. Leider werden diese von Ihnen erfassten Daten nur selten als Grundlage für die eigentliche Lohnabrechnung genutzt. So kommt es immer wieder zu lästigen und fehleranfälligen Doppelerfassungen.

Diese Prozessfehler können wir vermeiden, in dem Sie als Mandant standardisierte Excel-Vorlagen oder eine gesicherte Online-Plattform der DATEV zur Vorerfassung der Lohndaten nutzen. Auf beiden Wegen können Sie uns alle abrechnungsrelevanten Daten auf digitalem Weg zur Verfügung stellen. In den gemeinsamen Stammdaten können Sie Adressdaten, persönliche Daten Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie neue Bankverbindungen direkt selbst ändern.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüfen im Anschluss Ihre Änderungen und übernehmen diese über einen Import in das Abrechnungsprogramm. Alle Änderungen, durch Sie oder durch uns, werden protokolliert. Es ist eine rechtssichere Archivierung und Aufbewahrung gewährleistet

Für lohn- und gehaltsrelevante Änderungen stellen wir Ihnen Vorlagen zur Verfügung, die durch uns ebenfalls geprüft sowie im Anschluss eingespielt und unter höchsten Datensicherheitsmaßnahmen im DATEV Rechenzentrum archiviert werden.

Durch die Lohn-Vorerfassung, die digitalen Auswertungen, DATEV Arbeitnehmer online und die digitale Personalakte ist gewährleistet, dass die Informationen stets auf dem aktuellen Stand sind und der Kenntnisstand im Unternehmen und in der Kanzlei gleich ist. Das erleichtert die Kommunikation, spart Papier, Zeit und Geld. Das alles sind Komponenten, die in den Erfolg Ihres Unternehmens investiert werden können und unsere Zusammenarbeit weiter verbessert.

Bei der Einführung, Umsetzung und Schulung stehen wir Ihnen gern unterstützend zur Seite. Auch zur Vereinbarkeit, der bei Ihnen benutzten System stehen wir Ihnen beratend zur Verfügung.

Vorteile der Digitalisierung in der Lohnabrechnung

  • Originale verbleiben im Unternehmen und somit jederzeit greifbar; Unterlagen müssen nach Einreichung durch die MA nicht vervielfältigt oder weiter aufbereitet werden (Datensicherheit wird erhöht, weil der Zugriffskreis klein gehalten wird)
  • Zeitersparnis bei der Dokumentensuche durch Volltextsuche
  • Einheitlicher Informationsstand bei Unternehmen und Steuerberater durch zentrale Ablage
  • Erleichterung der Kommunikation durch Zugriff auf gleiche Dokumentenbasis, weniger und gezieltere Nachfragen sind auf beiden Seiten möglich
  • Optimierung der Prozesse durch Verkürzung der Wege (Einreichung, Bearbeitung, Auswertung, Bereitstellung von Daten und Dokumenten)

Digitale Personalakte für Ordnung im Lohn – Teil 3

Die digitale Personalakte in Verbindung mit DATEV Unternehmen Online ermöglicht es Ihnen und uns, die Kommunikationswege abzukürzen und Informationsverluste zu minimieren. Die Unterlagen verlassen mit diesem Prozess nicht mehr das Unternehmen, sondern werden online über eine gesicherte Plattform der DATEV ausgetauscht.

Wir ordnen die Unterlagen dem jeweiligen Arbeitnehmer zu und legen die Unterlagen nach der Bearbeitung in der digitalen Personalakte ab, auf die beide Seiten Zugriff haben. Mit Hilfe der OCR-Volltext-Suche finden Sie abgelegte Unterlagen schneller. Außerdem brauchen sich über die rechtsichere Archivierung und den Datenschutz keine Sorgen mehr machen.

Mit der digitalen Personalakte greifen sowohl wir als Kanzlei als auch Sie in Ihrem Unternehmen auf denselben Datenbestand zu. Eine reibungslose und schnelle Kommunikation ohne Dopplungen und Kopien wird somit gewährleistet. Außerdem verlassen Ihre Akten nie wieder Ihr Unternehmen und dabei haben Sie zeitgleich von überall auf der Welt Zugriff auf Ihre digitalen Lohndaten.

Digitale Personalakte – Vorteile:

  • Ein Datenbestand für Unternehmen und Kanzlei
  • Dank OCR-Suche kein langes Suchen nach Belegen
  • Größtmögliche Datensicherheit im DATEV Rechenzentrum gewährleistet; gesetzliche Aufbewahrungsfristen garantiert
  • Kurze, digitale Kommunikationswege in einem geschützten Bereich

Digitale Brutto-Netto-Abrechnung – Teil 2

Die Auswertungen können wir, wie in Teil 1 beschrieben, nicht nur Ihnen als Unternehmer digital zur Verfügung stellen, die digitale Brutto-Netto-Abrechnung gibt es auch für Ihre Mitarbeiter. In einem gesicherten Portal, geschützt und nur für Ihre Arbeitnehmer sichtbar.

DATEV Arbeitnehmer online ermöglicht es Ihnen, Ihren Mitarbeitern die individuellen Abrechnungsdaten und Auswertungen geschützt und rechtssicher zur Verfügung zu stellen. Jeder Mitarbeiter erhält ein individuelles Profil, welches mit Passwort und SMS-Tan geschützt ist. Hier werden die monatlichen Brutto-Netto-Abrechnungen sowie individuellen Bescheinigungen und Nachweise zum Abruf bereitgestellt. Sie steuern, wann die Daten eingestellt werden und wann ein Mitarbeiter ggf. keinen Zugriff mehr hat.

Die Daten werden rechtsicher, unter höchsten Datenschutzmaßnahmen archiviert und sind somit 10 Jahre, nach Beendigung der Beschäftigung oder Widerruf bis zu 6 Monate, verfügbar. Sie sparen Zeit und Porto und haben die Sicherheit, dass nur die jeweiligen Mitarbeiter auf ihre Unterlagen zugreifen können. Auch der Ausdruck und Versand von Duplikaten entfällt.

Die digitale Brutto-Netto-Abrechnung ist eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter: Ihre Mitarbeiter können ihre sensiblen Personaldaten jederzeit einsehen und abrufen. Sie wissen, dass alle Unterlagen geschützt archiviert sind, und können sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Vorteile von DATEV Arbeitnehmer online:

  • Mitarbeiterunterlagen auf gesicherten Wegen zur Verfügung stellen: via SMS-Tan und individuellen Zugängen mit Passwort
  • Keine Papierstapel und regelmäßige Nachdrucke mehr
  • Kein Verlust von Unterlagen möglich, jederzeit verfügbar und abrufbar; selbst nach Widerspruch/ Beendigung der Beschäftigung steht das Konto bis zu 6 Monate zur Verfügung
  • Gesetzeskonforme Speicherung und Wahrung der Aufbewahrungsfristen
  • Größtmögliche Datensicherheit im DATEV Rechnungszentrum

Wenn die ersten Schritte zur Digitalisierung der Personalwirtschaft getan sind, tun sich sicherlich weitere Möglichkeiten und Fragen auf. Wir helfen Ihnen gern bei der Einführung und Umsetzung.

Lohnauswertungen online anschauen – Teil 1

Alles wird digital, warum sollten Sie sich nicht auch Ihre Lohnauswertungen online anschauen? In den vier Teilen der Serie „Wie digitalisiere ich meine Lohnbuchhaltung?“ zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten der digitalen Lohnbearbeitung. Lassen Sie sich inspirieren und treiben Sie mit uns Ihre Digitalisierung voran. Wir beraten Sie und zeigen Ihnen innovative Wege auf, um Ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Die meisten Belege und Dokumente erreichen Sie mittlerweile digital und so müssen sie auch aufbewahrt werden. Sowohl in der Finanzbuchführung als auch bei der Lohnabrechnung unterstützen wir Sie dabei mit DATEV Unternehmen online. Über das gesicherte Internetportal der DATEV stellen wir Ihnen sämtliche Lohnauswertungen online zur Verfügung. Sie haben jederzeit und von überall Zugriff auf die relevanten Daten der Gehaltsabrechnung.

Sie wollen nicht, dass Ihre Sekretärin Ihre Gehaltsabrechnung sehen kann, wobei sie weiterhin die Gehaltsabrechnungen an die Mitarbeiter verteilen soll? Es ist kein Problem, unterschiedliche Zugriffsrechte für verschiedene Mitarbeiter zu definieren.

Mit diesem Weg reduzieren Sie die Akten- und Papierberge. Sie drucken nur noch das aus, was Sie für die weitere Bearbeitung benötigen oder Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Außerdem dient die Online-Plattform als Langzeit-Archiv. Sie haben über den kompletten Zeitraum der Aufbewahrungspflichten einen Zugriff auf Ihre Lohnauswertungen.

Der Informationsstand bei uns und Ihnen ist stets derselbe, was die Kommunikation verbessert und beschleunigt. Fehlerquellen werden so von Anfang an vermieden. Protokoll- und Nachweisfunktionen für Steuer, Versicherung und ggf. Prüfungen sind gesetzeskonform gewährleistet und die Aufbewahrungsfristen mit größtmöglicher Datensicherheit garantiert.

Warum also noch länger warten? Wir helfen Ihnen gern bei der Umsetzung Ihrer Ziele in der digitalen Personalwirtschaft.

Lohnauswertungen online anschauen – Ihr Nutzen

  • Jederzeit Zugriff auf die aktuellen Lohnauswertungen und Meldungen
  • Keine Papier- und Aktenberge und langes Suchen nach Auswertungen
  • Gesetzeskonforme Speicherung der Daten im Rechenzentrum der DATEV; größtmögliche Datensicherheit wird für die vorgeschriebenen Aufbewahrungsfristen gewährleistet
  • Protokoll- und Nachweisfunktionen für Steuer, Versicherungen und ggf. Betriebsprüfungen jederzeit möglich

>> Video der DATEV zu Auswertungen online Personalwirtschaft

Wie digitalisiere ich meine Buchführung?

Alle Welt redet aktuell von Digitalisierung und Automatisierung, doch viele Unternehmen bringen jeden Monat ihre Buchführungsbelege in einem Pendelordner zum Steuerberater. Selbst PDF-Rechnungen werden häufig noch ausgedruckt und in Papier in die Kanzlei geschickt. Das ist weder digital noch automatisiert. Und obendrein entspricht das auch nicht den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff – kurz GoBD.

Die Technik ist deutlich weiter als viele Unternehmerinnen und Unternehmer vermuten. Eine interne Buchhaltung ist – abgesehen von der  Vorbereitung – in vielen Unternehmen nicht mehr notwendig. Der für Sie als Mandant vollkommen automatisierte Buchführungsprozess sieht bei uns so aus: Scannen und fertig – alle weiteren Schritte übernehmen wir! Und selbst das Scannen können wir für Sie übernehmen, bei Ihnen im Unternehmen oder bei uns in der Kanzlei.

Vorteile digitaler Buchhaltung

Einen richtigen Nutzen ziehen Sie aus Ihrer digitalisierten Buchführung, wenn wir im Wochenrhythmus die Belege verarbeiten. Dann können Sie nicht nur online auf Ihre Belege zugreifen, sondern auch Ihr Online-Banking von uns vorbereiten lassen. Ab dem Zeitpunkt müssen Sie nie wieder eine IBAN oder Rechnungsnummer eintippen oder auf die Skontofrist achten – das alles übernehmen wir. Sie haken lediglich die Überweisung an und lösen diese mit einer TAN bzw. dem Sicherheitsverfahren Ihrer Bank aus.

Wenn wir für Sie im Unternehmen scannen oder Sie regelmäßig selbst scannen, verlassen Ihre Belege nie wieder Ihr Haus. Zusätzlich haben Sie über das von der DATEV gesicherte Unternehmen online jederzeit Zugriff auf Ihre Belege. Und mit Hilfe der OCR-Volltext-Suche sind Sie auch viel schneller, wenn Sie mal einen Beleg suchen.

Darüber hinaus haben Sie so jederzeit Zugriff auf Ihre aktuellen Auswertungen. Diese sind nicht mehr fünf Wochen alt, sondern spiegeln die Zahlen von vor sieben Tagen wider. Klicken Sie sich bis auf die einzelne Kontoebene hinunter, um Ihr Unternehmen mit den aktuellsten Zahlen zu steuern. Unser Ziel ist es, dass sie keine Excel-Listen mehr führen müssen, um den Überblick zu wahren.

Spezialisten für digitale Buchhaltung

Wir digitalisieren Ihre Buchhaltung mit Ihnen. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung und unserer flächendeckenden Digitalisierung.

Die Erbschaftsteuerreform 2016

Mehr als drei Monate nach der vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Frist zur Neuregelung der Erbschaftsteuer stimmte am 24.10.2016 nach dem Bundestag nun auch der Bundesrat der Erbschaftsteuerreform 2016 zu.

Hintergrund

Das Bundesverfassungsgericht mahnte Ende 2014 [1] die bisherigen Verschonungsregelungen für betriebliches Vermögen als zu weitgehend an, da diese teilweise mit Artikel 3 Abs. 1 des Grundgesetzes unvereinbar seien.

Das bisherige Erbschaftsteuerrecht sah unter anderem eine Verschonung des begünstigten Betriebsvermögens von 85 % vor, soweit bei Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten innerhalb von fünf Jahren die Mindestlohnsumme (400 % der Ausgangslohnsumme) nicht unterschritten wurde. Die Verschonung konnte auf 100 % erhöht werden, soweit sich die Lohnsumme innerhalb von sieben Jahren auf mindestens 700 % der Ausgangslohnsumme belief.

Der Gesetzgeber hatte die Aufgabe, diese Regelungen bis zum 30.06.2016 neu zu normieren.

Neuerungen im Rahmen des endgültigen Regierungsentwurfes

Grundsätzlich werden auch künftig Firmenerben weitgehend von der Steuer verschont. Der Erwerber kann bei Einhaltung bestimmter Voraussetzungen auch in Zukunft für begünstigtes Vermögen zwischen der Regelverschonung (85 %) und der Optionsverschonung (100 %, auf Antrag) wählen. Der Regierungsentwurf sieht Korrekturen der bestehenden Verschonungsregelungen vor, um den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu entsprechen.

Das Gesetz gilt rückwirkend für alle Erwerbe ab dem 01.07.2016.

Begünstigungsfähiges Vermögen [2]

Zum begünstigungsfähigen Vermögen gehören insbesondere

  • der inländische Wirtschaftsteil des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens,
  • inländisches Betriebsvermögen sowie
  • unter bestimmten Voraussetzungen Anteile an einer Körperschaft.

Neu ist, dass nunmehr zu ermitteln ist, ob es sich bei dem begünstigungsfähigen Vermögen um begünstigtes Vermögen im Sinne des Erbschaftsteuergesetztes neue Fassung handelt. Hierfür sind zahlreiche, zum Teil komplexe Berechnungsschritte erforderlich.

Das Verwaltungsvermögen

Nicht zum begünstigungsfähigen Vermögen gehört wie bisher sogenanntes Verwaltungsvermögen. Dieses umfasst insbesondere Dritten zur Nutzung überlassene Grundstücke, Anteile an Kapitalgesellschaften mit einer Beteiligung von nicht mehr als 25 %, Kunstgegenstände, Kunstsammlungen sowie Wertpapiere und vergleichbare Forderungen.

Grundsätzlich gilt, dass das Verwaltungsvermögen künftig einer vollumfänglichen Besteuerung mit der Erbschaftsteuer unterliegt. Nur für den Fall, dass es 10 % des gesamten Unternehmensvermögens nicht übersteigt, wird es ausnahmsweise wie begünstigtes Vermögen behandelt (sog. Schmutzklausel). [3] Beläuft sich das Verwaltungsvermögen auf mehr als 90 % [4], ist eine Verschonung des begünstigungsfähigen Vermögens von der Erbschaft- und Schenkungsteuer hingegen vollständig ausgeschlossen.

Für die Gewährung der Optionsverschonung (100 %) darf das begünstigungsfähige Vermögen nicht zu mehr als 20 % [5] aus Verwaltungsvermögen bestehen. Andernfalls wird die Optionsverschonung versagt.

Familienunternehmen [6]

Für Familienunternehmen wurde die Möglichkeit geschaffen, einen sogenannten Vorwegabschlag in Anspruch zu nehmen. Dieser beträgt, sofern begünstigtes Vermögen vorliegt, bis zu 30 %. Voraussetzung ist, dass im Gesellschaftsvertrag oder in der Satzung geregelt ist, dass

  • Entnahmen oder Ausschüttungen höchstens 37,5 % des Gewinnanteils nach Ertragsteuern bzw. Ausschüttungsbesteuerung betragen dürfen,
  • die Beteiligung an der Gesellschaft nur auf Mitgesellschafter, Angerhörige im Sinne des § 15 Abgabenordnung (AO) oder auf eine Familienstiftung übertragen werden darf, und
  • für den Fall des Ausscheidens aus der Gesellschaft eine Abfindung gezahlt wird, die unter dem gemeinen Wert der Beteiligung liegt.

Die im Rahmen der letzten Voraussetzung getroffene Beschränkung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Höhe des Vorwegabschlags. Der Vorwegabschlag wird nur dann gewährt, wenn die aufgeführten Voraussetzungen bereits zwei Jahre vor der Entstehung der Steuer im Gesellschaftsvertrag aufgenommen waren und mindestens 20 Jahre nach dem Zeitpunkt der Entstehung der Steuer fortbestanden haben.

Verschonungsabschlag [7]

Übersteigt ggf. nach Abzug eines Vorwegabschlags das begünstigte Vermögen nicht die Grenze von 26 Mio. Euro, bleibt der Erwerb nach Wahl zu 85 % (Regelverschonung) bzw. auf Antrag zu 100 % (Optionsverschonung) steuerfrei. Bei der Prüfung der Grenze von 26 Mio. Euro sind alle innerhalb von zehn Jahren derselben Person anfallenden Erwerbe zusammenzurechnen.

Abzugsbetrag [8]

Der nach Anwendung des Verschonungsabschlages verbleibende Teil des Vermögens bleibt darüber hinaus bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer außer Ansatz, soweit der Wert dieses Vermögens insgesamt 150.000,00 Euro nicht übersteigt.

Die Lohnsummenregelung [9]

Voraussetzung für die Gewährung des Verschonungsabschlags ist auch künftig die Einhaltung der sogenannten Lohnsummenregelung. Diese erfährt jedoch nunmehr eine Staffelung. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, auf welche Höhe der Ausgangslohnsumme sich die Mindestlohnsumme zu belaufen hat:

Mindestlohnsumme bei Erbschaftsteuerreform

Der zu überwachende Zeitraum beläuft sich bei der Regelverschonung auf 5 Jahre und bei der Optionsverschonung auf 7 Jahre.

Großerwerbe [10]

Wird die Grenze von 26 Mio. Euro überschritten (sog. Großerwerb), kann der Erwerber auf Antrag zwischen

  • der Nutzung eines sich reduzierenden Verschonungsabschlags oder
  • eines Steuererlasses im Fall des Nachweises der Bedürftigkeit des Erwerbers (Verschonungsbedarfsprüfung)

wählen.

Das Abschmelzungsmodell [11]

Im Rahmen des Abschmelzungsmodells verringert sich der Verschonungsabschlag um jeweils einen Prozentpunkt für jede volle 750.000 Euro, die der Wert des begünstigten Vermögens 26 Mio. Euro übersteigt.

Unabhängig von dem Abschmelzen der Prozentgrenze, ist ab einem Anteilswert von 90 Mio. Euro künftig kein Verschonungsabschlag mehr zu gewähren.

Die Verschonungsbedarfsprüfung [12]

Alternativ zum Abschmelzungsmodell kann für Großerwerbe ab 26 Mio. Euro eine Verschonungsbedarfsprüfung vorgenommen werden. Im Rahmen derer ist die Steuer zu erlassen, soweit das verfügbare Vermögen zur Steuerbegleichung nicht ausreicht.

Das verfügbare Vermögen setzt sich aus 50 %

  • des nicht begünstigten Vermögens, das mit der Erbschaft oder Schenkung übergegangen ist und
  • des nicht begünstigten Vermögens, das dem Erwerber im Zeitpunkt der Entstehung der Steuer bereits gehörte.

Der Erlass der Steuer steht dabei unter der auflösenden Bedingung, dass

  • die Summe der maßgebenden jährlichen Lohnsumme insgesamt die Mindestlohnsumme unterschreitet;
  • der Erwerber innerhalb von sieben Jahren gegen die Behaltensbedingungen verstößt;
  • der Erwerber innerhalb von zehn Jahren nach dem Zeitpunkt der Entstehung der Steuerer weiteres Vermögen durch Schenkung oder von Todes wegen erhält.

Fazit zur Erbschaftsteuerreform 2016

Wie der kurze Abriss über die Änderungen zur Erbschaftsteuer zeigt, sind die Verschärfungen zahlreich und nicht – wie angekündigt – minimal invasiv. Insbesondere aufgrund der 26 Mio. Obergrenze für begünstigtes Betriebsvermögen sowie die Ausgestaltung der Verschonungsbedarfsprüfung sollte künftig frühzeitig mit der Nachfolgeregelung begonnen werden.

Hinweis: In diesem Artikel werden lediglich grundlegende Zusammenhänge erläutert. Eine rechtssichere Auskunft für Ihren speziellen Fall können wir Ihnen gerne erstellen. Kontaktieren Sie dazu unser Team Beratung.

[1] Urteil vom 17.12.2014, AZ: 1 BvL 21/12.
[2] § 13b Abs. 1, 2, 3, 6, 7 n.F.
[3] § 13b Abs. 7 n.F.
[4] § 13b Abs. 2 S. 2 n.F.
[5] § 13a Abs. 10 n.F.
[6] § 13a Abs. 9 n.F.
[7] § 13a Abs. 1, 10 n.F.
[8] § 13a Abs. 2 n.F.
[9] § 13a Abs. 3, 10 n.F.
[10] §§ 13c, 28a n.F.
[11] § 13c n.F.
[12] § 28a n.F.

Teil 4: Die Stolpersteine beim Anteilstausch

Wie bereits in den Teilen 1 bis 3 ausführlich aufgezeigt, werden im Zuge des Anteilstausches Anteile an einer Kapitalgesellschaft (A-GmbH) in eine Kapitalgesellschaft (B-GmbH) gegen Gewährung neuer Anteile an dieser eingebracht. Und auch der 4. Teil liefert zwar einen Einblick in die Vorgänge, kann aber eine individuelle Beratung nicht ersetzen. Für rechtssichere Aussagen in Ihrem speziellen Fall kontaktieren Sie uns bitte persönlich.

Nachfolgend möchten wir Ihnen die sechs Stolpersteine beim Anteilstausch zusammenfassend und im Überblick aufzeigen.

Voraussetzungen beachten

Grundsätzlich ist der Anteilstausch dabei als ein steuerwirksamer Realisierungsvorgang zu bewerten. Wird jedoch ein sogenannter qualifizierter Anteilstausch vorgenommen, handelt es sich folglich

  • bei den Anteilen um Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft,
  • die in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft eingebracht werden und
  • erhält der Einbringende hierfür neue Anteile an der übernehmenden Gesellschaft und
  • hält die übernehmende Gesellschaft nach dem Tausch nachweisbar unmittelbar die Mehrheit an der eingebrachten Gesellschaft,

kann der Anteilstausch auf Antrag steuerneutral vollzogen werden.

Nacharbeit leisten

Die Übertragung der Anteile zum Buchwert bzw. zu den Anschaffungskosten (steuerneutral) erfolgt dabei ausschließlich über die Stellung eines Antrages. Folglich nicht von Amtswegen, sondern hier muss der Steuerpflichtige entsprechend tätig werden. Der Antrag ist von der übernehmenden Gesellschaft spätestens bis zur erstmaligen Abgabe ihrer steuerlichen Schlussbilanz bei dem für sie für die Besteuerung örtlich zuständigem Finanzamt zu stellen.

Nicht zu vergessen!

Gelingt der qualifizierte Anteilstausch erfolgreich, ist zu beachten, dass die Veräußerung der eingebrachten Anteile durch die übernehmende Gesellschaft innerhalb einer Sperrfrist von sieben Jahren für den Einbringenden zu einem rückwirkenden Einbringungsgewinn führt. Um Festzustellen, ob ein entsprechender Verkauf stattgefunden hat, hat der Einbringende jährliche Nachweispflichten zu erfüllen.

Der Einbringende hat im Zuge dessen nachzuweisen, dass mit Ablauf des Tages, der dem maßgebenden Einbringungszeitpunkt entspricht, die eingebrachten Anteile und die auf diesen Anteilen beruhenden Anteile weiterhin der übernehmenden Gesellschaft zuzurechnen sind. Der Nachweis ist in den dem Einbringungszeitpunkt folgenden sieben Jahren jährlich bis spätestens zum 31.5. beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt des Einbringenden zu erbringen.

Vorsicht ist grundsätzlich geboten in Fällen, in denen Verlustvorträge nach § 8c KStG vorhanden sind. Können diese weder durch die stille-Reserven-Klausel noch durch die Konzernklausel geschützt werden, droht ein entsprechender Untergang der nicht genutzten Verluste.

Die sechs Stolpersteine beim Anteilstausch im Überblick

Als Stolpersteine des qualifizierten Anteilstausches können zusammenfassend folgende festgehalten werden:

  1. Sowohl bei dem übernehmenden als auch bei dem übertragenden Rechtsträger muss es sich um eine Körperschaft handeln. Grundsätzlich können auch ausländische Gesellschaften übertragende bzw. übernehmende Rechtsträger sein. (s. Teil 2)
  2. Es müssen neue Anteile gewährt werden. (s. Teil 2)
  3. Die B-GmbH muss nach der Einbringung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen A-GmbH halten (qualifizierter Anteilstausch). (s. Teil 2)
  4. Für die Fortführung der Buchwerte muss ein Antrag gestellt werden. (s. Teil 3).
  5. Der Einbringende hat sieben Jahre lang jährlich bis spätestens zum 31.05. eines Jahres nachzuweisen, wem mit Ablauf des Tages, der dem maßgebenden Einbringungszeitpunkt entspricht, die eingebrachten Anteile und die auf diesen Anteilen beruhenden Anteile weiterhin zuzurechnen sind.
  6. Sind Verlustvorträge nach § 8c KStG vorhanden, ist zunächst eingehend zu prüfen, ob diese durch die stille-Reserven-Klausel oder ggf. die Konzernklausel erhalten werden können, da im Zuge des qualifizierten Anteilstausches andernfalls ein anteiliger oder gänzlicher Untergang droht.

Teil 3: Ablauf eines Anteilstausches

Im Teil 2 unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“ sind wir auf die Grundvoraussetzungen des steuerneutralen Anteilstausches im Detail eingegangen. Nun möchten wir Ihnen gerne erläutern, wie so ein Anteilstausch abläuft und worauf Sie zu achten haben.

Der Antrag

Die Übertragung der Anteile zum Buchwert bzw. zu den Anschaffungskosten (steuerneutral) erfolgt nicht von Amtswegen sondern ausschließlich über die Stellung eines formlosen Antrages. Dabei ist zu beachten, dass der Antrag nicht wiederrufen werden kann. Der Antrag ist von der übernehmenden Gesellschaft spätestens bis zur erstmaligen Abgabe ihrer steuerlichen Schlussbilanz bei dem für sie für die Besteuerung örtlich zuständigem Finanzamt zu stellen.[1]

Der Antrag kann auch konkludent durch Abgabe der Steuererklärung mit einer Bilanz, die der Steuerfestsetzung zu Grunde gelegt wird, erfolgen.

Sperrfrist von sieben Jahren

Werden im Anschluss an einen qualifizierten Anteilstausch die erhaltenen Anteile oder ein Teil der erhaltenen Anteile an der A-GmbH durch die B-GmbH unmittelbar oder mittelbar binnen einer Sperrfrist von sieben Jahren veräußert, kommt es zu einer nachträglichen Versteuerung eines Einbringungsgewinns der Anteile an der A-GmbH. Dieser Einbringungsgewinn II ist von dem Einbringenden voll zu besteuern. Der Einbringungsgewinn reduziert sich dabei linear um ein Siebtel für jedes seit dem Einbringungszeitpunkt abgelaufene Zeitjahr. Die Siebenjahresfrist beginnt mit dem Zeitpunkt der Einbringung zu laufen. Nach Ablauf von 84 Monaten können die Anteile ohne Entstehung eines Einbringungsgewinns für den Einbringenden veräußert werden.

Die jährliche Nachweisfrist

Um der Finanzverwaltung die Möglichkeit zu geben, die Voraussetzungen für das Entstehen eines Einbringungsgewinns festzustellen, hat der Einbringende festgelegte Nachweispflichten zu erfüllen. Im Zuge dessen hat er nachzuweisen, das mit Ablauf des Tages, der dem maßgebenden Einbringungszeitpunkt entspricht, die eingebrachten Anteile an der A-GmbH und die auf diesen Anteilen beruhenden Anteile weiterhin zu 100 % der B-GmbH zuzurechnen sind. Der Nachweis ist in den dem Einbringungszeitpunkt folgenden sieben Jahren jährlich bis spätestens zum 31.5. beim zuständigen Wohnsitz-/Betriebsstättenfinanzamt des Einbringenden zu erbringen.

Nehmen wir an, Sie haben am 01.01.2014 Ihre an der A-GmbH gehaltenen Anteile in die B-GmbH im Rahmen eines qualifizierten Anteilstausches erfolgreich eingebracht. Der erste Jahreszeitraum läuft dann vom 02.01.2014 bis 01.01.2015. Das in diesem Zeitraum kein Verkauf der eingebrachten Anteile stattgefunden hat, ist frühestens am 02.01.2015 bis spätestens zum 31.05.2015 nachzuweisen. Dieser Nachweis ist jährlich in den folgenden 6 Jahren, letztmalig somit am 02.01.2020, ebenfalls zu erbringen.

Wird der Nachweis nicht rechtzeitig erbracht, die Nachweisfrist folglich versäumt, wird eine Veräußerung der eingebrachten Anteile an der A-GmbH fingiert. Im Zuge dessen entsteht ebenfalls der sogenannte Einbringungsgewinn II.

Der Einbringungsgewinn II

Für die Ermittlung des Einbringungsgewinns II und somit für die Ermittlung der Besteuerungsgrundlage ist dabei rückwirkend zum Zeitpunkt der Einbringung der gemeine Wert der eingebrachten Anteile an der A-GmbH zu ermitteln.

Beispiel: Sie haben 100 % der Anteile an der A-GmbH zum 01.01.2014 im Rahmen eines qualifizierten Anteilstausches in die B-GmbH eingebracht. Der gemeine Wert der Anteile an der A-GmbH belief sich zu diesem Zeitpunkt auf 340.000,00 EUR, der Buchwert auf 200.000,00 EUR. Die B-GmbH veräußert 50 % dieser Anteile am 01.07.2015.

Einbringungsgewinn beim steuerneutralen Anteilsaustausch

Der Einbringungsgewinn ist der Einkunftsart zuzuordnen, zu der die eingebrachten Anteile gehörten. Bei der Ermittlung der Höhe des zu versteuernden Einbringungsgewinns ist darauf zu achten, das gem. § 22 Abs. 2 UmwStG die Steuerbegünstigungen des § 16 Abs. 4 EStG sowie des § 34 EStG nicht angewandt werden. Befanden sich die Anteile im Privatvermögen, so ist auf den Einbringungsgewinn II das Teileinkünfteverfahren gem. § 3 Nr. 40c EStG anzuwenden.

Verlustvorträge nach § 8c KStG

Vorsicht ist geboten in Fällen, in denen Verlustvorträge nach § 8c KStG vorhanden sind. Denn der qualifizierte Anteilstausch verlangt die Übertragung der Mehrheit der Stimmrechte. Wie in Teil 3 unserer Serie bereits erläutert, ist die Voraussetzung auch dann erfüllt, wenn eine bereits bestehende Beteiligung aufgestockt wird, bzw. mehrere Personen Anteile einbringen, die insgesamt die Voraussetzung erfüllen.

8c KStG hingegen lässt bei einer Übertragung von mehr als 25 % der Beteiligungsrecht bestehende Verlustvorträge anteilig untergehen. Werden mehr als 50 % der Beteiligungsrechte übertragen, gehen hingegen sämtliche Verlustvorträge unter. Die Verluste können nur gerettet werden, wenn die stille-Reserven-Klausel oder die Konzernklausel Anwendung findet. In entsprechenden Fällen sollte daher unbedingt eine vorherige Analyse des drohenden Verlustuntergangs vorgenommen und unter Umständen Alternativen abgewägt werden.

Am 29. Juli 2016 erscheint dann der vierte und letzte Teil unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“. Wir werden Ihnen zusammenfassend und im Überblick die sechs Stolpersteine des qualifizierten Anteilstauschs aufzeigen. Für eine rechtssichere Aussage in Ihrem speziellen Fall kontaktieren Sie uns bitte direkt.

[1] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.12, 20.21, 3.29.

Teil 2: Der Anteilstausch im Detail

Im ersten Teil unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“ haben wir aufgezeigt, dass der Anteilstausch selbst eine Form der Umwandlung ist. Im Zuge dessen werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft (A-GmbH) in eine Kapitalgesellschaft (B-GmbH) gegen Gewährung neuer Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH) eingebracht. Wie dieser Fall speziell bei Ihnen rechtssicher abläuft, können wir Ihnen allerdings nur in einer individuellen Beratung vermitteln.

Muttergesellschaft

Solch ein Prozess steht meistens dann an, wenn Differenzen zwischen den Gesellschaftern existieren oder eine Umgestaltung im Rahmen eines Generationswechselns ansteht. Durch eine solche Umwandlung können auch etwaige Risiken auf verschiedene Rechtsträger aufgeteitl werden.

Der Anteilstausch ist dabei dann steuerneutral möglich, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Es handelt sich um Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft (erworbene Gesellschaft, A-GmbH).
  2. Die Anteile werden in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft eingebracht (übernehmende Gesellschaft, B-GmbH)
  3. Der Tausch erfolgt gegen neue Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH).
  4. Die B-GmbH hält nach der Einbringung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen A-GmbH (sog. qualifizierter Anteilstausch).

Doch was bedeutet das im Einzelnen?

Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft

Unter Anteilen an einer Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft im Sinne des § 21 UmwStG sind nicht nur im Betriebsvermögen gehaltene Anteile zu verstehen. Umfasst sind darüber hinaus auch solche, die sich im Privatvermögen befinden sowie für aufgrund einer vorherigen Einbringung erhaltene Anteile (sog. einbringungsgeborene Anteile).[1]

Einbringende Gesellschaft (A-GmbH) kann jede – auch ausländische – Gesellschaft sein, soweit diese nach den Wertungen des deutschen Steuerrechts als Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft anzusehen ist.[2]

Als deutsche Gesellschaft kommt damit jede unter § 1 Abs. 1 Nummer 1 und 2 KStG genannte Kapitalgesellschaft bzw. Genossenschaft in Frage. Für ausländische Rechtsträger gilt, dass diese im Rahmen eines Rechtstypenvergleichs einem vergleichbaren Rechtsträger inländischen Rechts entsprechen müssen. Auf die steuerliche Einordnung als Körperschaft oder Personalgesellschaft kommt es dabei allein nicht an. Vielmehr hat die Beurteilung anhand des gesetzlichen Leitbilds zu erfolgen.[3]

Einbringung in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft

Hinsichtlich der Person des Einbringenden bestehen keine Beschränkungen.[4]

Eine weitere Voraussetzung für die steuerneutrale Einbringung der Anteile an der A-GmbH in die B-GmbH ist jedoch, dass es sich bei der übernehmenden B-GmbH um nach den Vorschriften eines Mitgliedstaates der EU oder des EWR gegründete Gesellschaft handelt und sie ihren Sitz und ihre Geschäftsleitung in einem Mitgliedstaat der EU oder des EWR hat. Handelt es sich bei der B-GmbH um eine GmbH nach deutschem Recht, ist die Voraussetzung stets erfüllt.

Gewährung neuer Anteile

Der qualifizierte Anteilstausch ist nur dann möglich, wenn dem Einbringenden für den Tausch seiner Anteile neue Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH) gewährt werden. Die neuen Anteile stellen die Gegenleistung für die an der A-GmbH eingebrachten Anteile dar. Neue Anteile entstehen nur im Fall der Gesellschaftsgründung oder einer Kapitalerhöhung.

Mangels Gewährung neuer Anteile stellen daher insbesondere

  • die verdeckte Einlage,
  • die verschleierte Sachgründung,
  • die Einräumung einer typischen oder atypischen stillen Beteiligung,
  • die Gewährung von Genussrechten sowie
  • die Einräumung einer Darlehensforderung

keine Gewährung neuer Anteile dar.[5]

Grundsätzlich können dem Einbringenden neben den neuen Anteilen auch weitere Gegenleistungen gewährt werden. Für den qualifizierten Anteilstausch ist dabei entscheidend, dass diese sonstigen Gegenleistungen entweder

  • nicht mehr als 25 % des Buchwertes der eingebrachten Anteile oder
  • 500.00,00 EUR, höchstens jedoch den Buchwert der eingebrachten Anteile

betragen. Andernfalls sind die an der A-GmbH eingebrachten Anteile entsprechend § 21 Abs. 1 Satz 4 UmwStG mit dem gemeinen Wert der sonstigen Gegenleistung anzusetzen. Ein steuerneutraler Anteilstausch ist folglich ausgeschlossen.

Die unmittelbare Mehrheit der Stimmrechte

Weitere Voraussetzung ist, dass die B-GmbH im Rahmen des Anteilstausches unmittelbar die Mehrheit der Stimmen an der A-GmbH erhält, mithin mehr als 50 % (50,01 % würden folglich ausreichen). Nicht erforderlich ist, dass die B-GmbH bereits vor der Einbringung an der A-GmbH beteiligt war.

Es wird hier nicht auf die Kapitalmehrheit sondern ausschließlich auf die Stimmenmehrheit abgestellt. Dies wird als qualifizierter Anteilstausch bezeichnet. Die Voraussetzung ist auch dann erfüllt, wenn mehrere Personen Anteile einbringen, die zwar nicht einzeln, jedoch insgesamt die Voraussetzung erfüllen. In diesem Fall muss die Einbringung auf einen einheitlichen Vorgang beruhen.

Begünstigt ist weiterhin der Fall, dass eine zum Übertragungsstichtag bereits bestehende mehrheitsvermittelnde Beteiligung aufgestockt wird.[6]

Nur wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat die B-GmbH die Möglichkeit, die im Rahmen des Anteilstausches erworbenen Anteile an der A-GmbH auf Antrag mit dem Buchwert anzusetzen. Befinden sich die an der A-GmbH gehaltenen Anteile im Privatvermögen, treten an die Stelle des Buchwertes die Anschaffungskosten. Der Ansatz des Buchwertes bzw. der Anschaffungskosten bewirkt die steuerneutrale Einbringung. In diesem Fall sind keine stillen Reserven aufzudecken.

Lesen in am 15. Juli 2016 Teil 3 unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“. Wir werden dann aufzeigen, worauf Sie unbedingt im Nachgang des qualifizierten Anteilstausches zu achten haben, um keinen nachträglichen Einbringungsgewinn auszulösen.

[1] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.02.

[2] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.06 i.V.m. Rd.-Nr. 1.54.

[3] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.06 i.V.m. Rd.-Nr. 1.27.

[4] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.03.

[5] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. E20.10; Schmitt in Schmitt/Hörtnagl/Stratz, UmwG, UmwStG, § 21, Rd.-Nr. 32.

[6] BMF v. 11.11.11, AZ: IV C 2 -1978-b/08/10001, BStBl 2011 I S. 1314, Rd.-Nr. 21.09.

Teil 1: Was ist ein steuerneutraler Anteilstausch?

Im Bereich der Umwandlung von bestehenden Unternehmen bieten sowohl das Umwandlungsgesetz (UmwG) als auch das Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) zahlreiche Möglichkeiten. Eine in der Praxis häufig vorkommende Umwandlungsmöglichkeit ist dabei der steuerneutrale Anteilstausch.

Ist ein steuerneutraler Anteilstausch für mich interessant?

Gründe für einen solchen Prozess können unter anderem Differenzen zwischen den Gesellschaftern aber auch die Umgestaltung aufgrund eines Generationenwechsels sein. Nicht zuletzt können durch eine Umwandlung etwaige unternehmerische Risiken auf verschiedene Rechtsträger verteilt werden.

Begriffsbestimmung „Umwandlung“

Unter einer Umwandlung ist zunächst einmal die Umstrukturierung der bestehenden Unternehmensform insbesondere im Rahmen der Verschmelzung, Spaltung (Abspaltung, Aufspaltung, Ausgliederung), der Wechsel der Rechtsform und die Vermögensübertragung zu verstehen.

Der steuerneutrale Anteilstausch ist dabei eine Form der Umwandlung. Im Zuge dessen werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft (A-GmbH) in eine Kapitalgesellschaft (B-GmbH) gegen Gewährung neuer Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH) eingebracht. So in etwa lautet der Gesetzestext in vereinfachter Form.

Beispiel einer Holdinggesellschaft

Für die Praxis könnte das folgendermaßen aussehen:

Sie betreiben eine sehr gut laufende A-GmbH. Die Anteile hieran halten Sie im Privatvermögen. Für die nähere Zukunft ist geplant, eine weitere B-GmbH zu gründen. Es ist bereits jetzt absehbar, dass die B-GmbH in der Anfangszeit Kapital benötigen wird. Da die A-GmbH Kapitalreserven hat, möchten Sie diese gern auf die B-GmbH transferieren, möglichst ohne Verluste durch etwaige Steuerzahlungen.

Eine Lösung könnte in der Übertragung der Anteile an der A-GmbH auf eine Holding-Gesellschaft im Wege des steuerneutralen Anteilstausches sein. Im Zuge dessen tauschen Sie Ihre Anteile an der A-GmbH gegen Anteile an der Holding-GmbH.

Aufbau einer Holdinggesellschaft

Diese Gestaltung erlaubt es Ihnen, die Gewinne der A-GmbH zu 95 % steuerfrei an die Holding-GmbH auszuschütten. Diese kann dann das Kapital entweder steuerpflichtig an Sie ausschütten oder aber der B-GmbH zur Verfügung stellen. Des Weiteren haben Sie den noch im Aufbau befindlichen und möglicherweise riskanten Geschäftsbetrieb der B-GmbH von der A-GmbH ausgelagert.

Grundsätzlich ist der Tausch von Anteilen als ein Realisierungsvorgang zu bewerten und damit zwingend steuerwirksam. Werden jedoch die Voraussetzungen des § 21 Abs. 1 Satz 2 UmwStG erfüllt, findet mithin ein mehrheitsvermittelnder Anteilstausch statt, sind die Normen des Umwandlungsteuergesetzes einschlägig. In diesem Fall handelt es sich um einen sogenannten qualifizierten Anteilstausch. Unter Einhaltung der weiteren Voraussetzungen kann der Tausch dann auf Antrag steuerneutral vollzogen werden. Diese sind im Einzelnen:

  • Bei den Anteilen handelt es sich um Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft (erworbene Gesellschaft, A-GmbH).
  • Diese werden in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft eingebracht (übernehmende Gesellschaft, „Holding-GmbH“).
  • Der Anteilstausch erfolgt gegen Gewährung neuer Anteile an der übernehmenden Gesellschaft (B-GmbH).
  • Die „Holding-GmbH“ muss nach der Einbringung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen A-GmbH halten.

Gelingt der qualifizierte Anteilstausch erfolgreich, ist zu beachten, dass die Veräußerung der Anteile an der eingebrachten A-GmbH durch die B-GmbH innerhalb einer Sperrfrist von sieben Jahren für den Einbringenden zu einem rückwirkenden Einbringungsgewinn führt. Um Festzustellen, ob ein entsprechender Verkauf stattgefunden hat, hat der Einbringende jährliche Nachweispflichten zu erfüllen. Rechtssicher können wir Ihnen Ihren Fall nur dann aufbereiten, wenn Sie uns persönlich kontaktieren.

Lesen Sie am 1. Juli 2016 Teil 2 unserer Serie „Der steuerneutrale Anteilstausch“. Wir werden dann auf die Voraussetzungen im Detail eingehen.